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Caprice- Kapriolen und Gemurmel












By sagt Caprice









Start am 16.04.2004





Gästebuch







Kerze anzünden







Verfasst am 30.11.2005 16:35:23 Uhr
2 Sonntag im Dezember (11.12.05) CANDLE-LIGHTING-DAY
...an diesem Tag finden allerorts Gottesdienste statt.
Hierbei soll deutlich werden, dass jeder eine Klagemauer braucht, das kann ein Freund/eine Freundin sein, das kann das Tagebuch sein, oder verschiedene Gruppen.
Wichtig ist, das meine Verzweiflung, mein Seufzen nicht ungehört bleiben und ich nicht an meiner stummen Klage ersticke, sondern, dass ich mich in allem Schmerz doch aufgehoben fühle, dass mich die Gruppe/jemand anderes so aushält, wie ich bin.
Hoffnung sollen die Kerzenlichter symbolisieren, die von Zeit zu Zeit etwas Licht in das Dunkel meiner Trauer bringen :
die (vielleicht unerwartete) Geste eines Menschen, wenn jemand unbefangen den Namen, in dem Fall, meines Bruders nennt, wenn ich von meinem Verlust sprechen kann, wenn ich mit meiner Trauer nicht "fertig werden muß", sondern immer trauern darf, weil der Schmerz mich das ganze Leben begleiten wird. Das alles sind Hoffnungsschimmer.

Eingeladen zu den verschiedenen Gedenkgottesdiensten an diesem Tag sind besonders auch Verwandte, Freundinnen und Freunde sowie weitere Weggefährten von verwaisten Eltern, Geschwistern oder Anverwandten. Menschen also, die möglicherweise den Sterbe- oder Trauerprozess miterlebt haben oder weiterhin begleiten.



Besagter Tag ist der 2. Sonntag im Dezember, der sogenannte "Candle-lighting-day", ein weltweiter Gedenktag für alle verstorbenen Kinder.

Damit ihr Licht für immer leuchte, stellen an diesem Tag um 19.00 Uhr Betroffene rund um die ganze Welt im Gedenken an ihre verstorbenen Söhne, Töchter, Brüder und Schwestern brennende Kerzen in ihre Fenster. Während die Kerzen in der einen Zeitzone erlöschen, werden sie in der nächsten entzündet, so dass eine Lichterwelle die ganze Welt umringt.



Für eventuelle Fragen erreicht ihr mich unter anderem nicht nur über mein Tagebuch hier, auch über die Gedenkseite meines Bruders könnt ihr gerne Kontakt aufnehmen.
http://www.stefans-sternenweg.de

Herzliche Grüße und alles Liebe für euch in der vorweihnachtlichen Zeit sendet,
Caprice

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Verfasst am 05.05.2005 05:36:46 Uhr
noch 11 Tage...
...noch 11 Tage... Verdammt... Immer näher rückt jener schreckliche Morgen, der mein Leben komplett verändern sollte, weil er mich veränderte.
Vielleicht nicht auf den ersten Blick, ich spiele meine "Rolle" gut...
Ist es egoistisch von mir über meinen Kummer zu sprechen?
Sollte ich nicht vorrangig an das denken, was mit dir geschehen ist?
Aber bedingt das Eine nicht das Andere?
Ich wollte nicht was da passierte, alles nur Erdenkliche hätte ich getan, damit...
Stattdessen konnte ich dich nur noch in den Tod schicken.
Verdammt! Das durfte nicht geschehen, wie konnte das nur passieren?
Warum hast du nicht aufgepasst?
Was, um Himmels Willen, hast du getan?

Heute ist wieder einer der Tage, wo ich sooo wütend bin in meiner Traurigkeit..
Ein Widerspruch?
Oh nein, ich lebe ihn, diesen Widerspruch, jeden Tag...
Ich könnte schreien, etwas nehmen und zerstören, eine Vase, eine Tasse.. Einfach gegen die nächst beste Wand.
Aber sowas tut man ja nicht, schön zivilisiert bleiben, auch bei all dem Mist.
Was kann schließlich eine Wand dafür...
Aber wer kann denn dafür?
Wen kann ich zur Rechenschaft ziehen - außer vielleicht mich selbst...?
Du kennst mich, hast das an mir "bewundert", meinen Aktionismus. Problem, aha, auf, was tun, dann geht's.
Nun bleibt mir aber nichts mehr zu tun, und ich falle in ein Loch, und falle, und falle, und falle.
Mein Fall dauert seit fast einem Jahr, ein Aufprall ist nicht in Sicht. Oder doch?
Mir geht es nicht gut.
Schon lange nicht mehr.
Ich lebe zwei Leben, mir zwei Seelen in meiner Brust.
Das eine Leben ist das nach außen gerichtete.
Susanne eben, wie sie alle kennen.
Sturkopf, selbstbewusst, beharrlich, wenn sie will voller Charme, humorvoll, locker, verständnisvoll mit Touch zur "Kummerkasten-Tante", freundlich, wohlerzogen, höflich, zuweilen auch bissig, baharrlich, sich nicht unterordnend.
Ein eher offensives Leben also.
Das andere Leben aber sieht ganz anders aus.
Es ist Dunkel, voller Sorgen, Selbstzweifel, Ängste und mangelndem Selbstwertgefühl. Es ist voller Traurigkeit, Unlust am Leben und Antriebslosigkeit. Den Kopf ständig voll, nicht entspannen können und dabei so erschöpft sein.
Sich in sich einsam fühlen...
Auf der Suche...
Aber nach was?
Den "einen" Menschen für sich?
Ich lasse ihn ja doch nicht wirklich an mich heran.
Frohsinn und Gelassenheit?
Wie, wenn der Kopf ständig voll.
Gesundheit?
Na ja, das hat sich ja wohl erledigt.
Glaube?
Wie sollte ich wohl.
Keine Probleme mehr?
Ich bin sicher, gäbe es keine, würde ich sie mir vermutlich selbst schaffen.
Vielleicht mich selbst zu mögen?
Das könnte es sein, aber wie geht das?

Siehst du, so viele trübe und zu nichts führende Gedanken...
Weißt du noch, wie oft wir über so etwas sprachen?
In solchen Momenten waren wir uns so nah wie sonst selten...
Warum haben wir nicht mehr geredet?
Jetzt geht es doch auch...
Auch, wenn es nur Monologe sind, leider.
Meine "Lust" mich zu "verstellen" sinkt immer mehr.
Es wird mir zuviel, dieser Tanz auf dem Drahtseil.
Und doch werde ich Morgen und am nächsten und auch übernächsten Tag nichts anderes machen.
Siehst du, ich bin gar nicht so "mutig" wie du immer annahmst...
Wir sind uns ähnlicher, als wir uns ähnlich sein wollten.

Nun ist also Himmelfahrt...
Vatertag...
Ein Tag den ich kaum auszuhalten vermag.
Ich werde auf dem Friedhof bei Papi sein, mit ihm reden, ihm ein Glas Wein hinstellen, Blumen bringen und eine Kerze anzünden.
Ich weiß gar nicht mehr, ob ich vergangenes Jahr bei ihm war... Letztes Jahr war ich nochmal bei dir, Himmelfahrt, es war einen Tag vor deiner Beisetzung, aber ein anderes Datum.
Vielleicht macht mir das den Tag heute etwas leichter?
Ich bin nicht sicher, denn Papi fehlt - und du auch...
Wenn ich den Mut dazu aufbringe, werde ich auch zu dir kommen.
Ich habe hübsche Blumen für dich, die ich dir bringen möchte.
Ich habe immer eine Blume für dich - genau wie für Papi. Und genau wie für ihn, zünde ich auch regelmäßig eine Kerze für dich an.
Nur zu dir auf den Friedhof gehen, fällt unsagbar schwer.
Weihnachten, Sylvester war ich zum letzten Mal bei dir "dort".
Die Erde tat sich unter mir auf...
Seltsam. Dabei warst doch du derjenige der immer sagte, er mag nicht ans Grab gehen, währendessen ich für mich feststellte, dass mir der Platz bei Papi auch eine gewisse Ruhe gab.
Manchmal ging ich mitten in der Nacht noch zu ihm.
Dir war das immer unbegreiflich.
Heute gehe ich auch noch.
Immer wenn ich meinen letzten Gang mit Bonnie mache, gehe ich bei Pa vorbei.
Allerdings hat sich das Gefühl verändert.
Ich empfinde nicht mehr so sehr die Ruhe und Nähe wie zuvor.
Dich zu begleiten, dich im Sarg liegen zu sehen, in das Erdloch hinunter zu schauen, wissend, dass dein Körper dort unten liegt, war neben all dem mit Papi, das Schwerste was ich je erlebt und tun musste.
Etwas ist in jenem Moment unwiederbringlich mit dir gegangen.









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Verfasst am 01.05.2005 14:03:04 Uhr
Gedanken zum ersten Mai...
... gar nicht fröhlich, aber was soll's, das Leben ist nicht immer ein Kindergeburtstag.



"Wenn Du vor mir stehst
und mich ansiehst,
was weisst Du von den Schmerzen,
die in mir sind,
und was weiss ich von den Deinen.
Und wenn ich mich vor Dir
niederwerfen wuerde
und weinen und erzaehlen,
was wuesstest Du von mir mehr
als von der Hoelle,
wenn Dir jemand erzaehlt,
sie ist heiss und fuerchterlich.
Schon darum sollten wir Menschen
voreinander so ehrfuerchtig,
ja so nachdenklich stehen,
wie vor dem Eingang zur Hoelle."



caprice
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Verfasst am 01.05.2005 03:33:22 Uhr
Die sehr alte Seele...

Die sehr, sehr alte Seele


Es war einmal eine sehr, sehr alte Seele, die sehr, sehr viele Menschenleben auf der Erde gelebt hatte und deren Dasein als Seele jetzt ebenfalls fast zu Ende war, ja, bald würde sie mit der EWIGKEIT verschmelzen und ein Teil davon werden.
Im Augenblick saß die alte Seele in der Leere zwischen ihrem letzten Menschenleben und ihrer zukünftigen VERSCHMELZUNG und fühlte sich ein wenig einsam. Ihre besten Freunde waren auf und davon, die alte Seele konnte sie unten auf der Erde sehen, wie jede von ihnen einen Menschen mit Eifer, Neugier und Staunen und den verschiedensten Gedanken erfüllte.
Ich will dorthin, sagte die alte Seele. Ich habe immer noch eine ordentliche Portion Freude übrig. Ich will dorthin und sie ihnen schenken.
Aber die Zeit, die dir vor der VERSCHMELZUNG bleibt, ist so kurz, warnte der WÄCHTER. Natürlich kannst du ihnen Freude schenken, aber wenn du nur so kurze Zeit bei ihnen bleibst, schenkst du ihnen zugleich eine große Trauer, wenn du sie verlässt.
Ich weiß, sagte die alte Seele. Aber ich will es trotzdem. Ich will ihnen so viel Freude schenken, dass sie ihnen danach über die Trauer hinweghilft.
Dann soll es so sein, wie du es willst, sagte der WÄCHTER und schickte die sehr, sehr alte Seele los.
Daraufhin bekamen ein Mann und eine Frau auf der Erde ein Kind, das sie sich schon lange gewünscht hatten. Es war ein allerliebstes Kind, das ihnen vom Tag seiner Geburt an Freude bereitete, jene ungetrübte Freude, die die Menschen empfinden, wenn ihre Seelen einander begegnen und sich voller Entzücken aus der EWIGKEIT wiedererkennen.
Aber bleibt dir nicht nur sehr wenig Zeit? Flüsterte die Seele der Mutter der alten Seele in dem kleinen Mädchen zu.
Die Zeit ist kurz, aber die Freude ist groß, antwortete die sehr alte Seele.
Und obwohl die Mutter dieses Gespräch nicht hörte, weckte das Geflüster eine ahnungsvolle Unruhe in ihr, einen Hauch des Wissens, dass wir nichts auf Erden besitzen, einer den anderen nicht und nicht einmal uns selbst. Alles wird uns schließlich genommen werden, alles, was wir mit uns tragen, alle Lieben um uns herum, schließlich auch unser Leben und unser Körper.
Aber das Mädchen wuchs heran, und die Freude, die es verbreitete, war so groß, dass die Mutter diese Gedanken vergaß. Und der Vater freute sich ebenfalls. Ja, die sehr alte Seele durfte ihre letzte Zeit genauso verbringen, wie sie es sich gewünscht hatte.
Aber die Zeit war kurz, auch nach menschlichem Maß war sie kurz, und der Augenblick kam, da die VERSCHMELZUNG stattfinden würde. Die sehr, sehr alte Seele erhielt den Ruf, dass sie sich unverzüglich zur Zeremonie einfinden solle, und musste gehorchen.
Für die Menschen sah es so aus, als hätte ein plötzlicher Tod das Mädchen ereilt. Ihre Trauer war maßlos, genau wie der WÄCHTER es vorhergesagt hatte. Aber da alle Erinnerungen an ihr Kind nur Freude und nichts als Freude waren, konnten sie ihre Trauer ertragen, genau wie die sehr alte Seele es vorhergesagt hatte.
Und wo man früher die sehr, sehr alten Seelen ihr letztes Häppchen Zeit einfach in der Leere hatte absitzen lassen, bürgerte sich von nun an in der Ewigkeit die Sitte ein, dass die alten Seelen zu Menschen, die sie brauchten, geschickt wurden, um ihnen ihre letzte große Freude zu schenken. Die Freude gibt den Menschen die Kraft, die anschließende Trauer, die unausweichliche Trauer zu ertragen und allmählich in etwas Gutes zu verwandeln.



aus dem Roman „Du fehlst mir, du fehlst mir“ von Peter Pohl



Na ja... Schauen wir mal...
Allein, mir fehlt der Glaube...
Dennoch eine schöne Geschichte, oder?
Ob es wohl je gelingt, die Trauer aus dieser Perspektive zu betrachten?

Caprice... depressiv verstimmt, weil...


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Verfasst am 29.04.2005 19:00:55 Uhr
wenn es nur so wäre...


Hallo liebe Mitlesenden,
ich habe hier noch eine Geschichte für euch...

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Bei einer Frau war eine tödliche Krankheit festgestellt worden und man gab ihr noch drei Monate zu leben.
Sie begann, ihre Dinge in Ordnung zu bringen und bat den Pfarrer um einen Besuch, damit sie ihren letzten Willen mit ihm besprechen konnte.
Sie sagte ihm, welche Lieder an ihrer Beerdigung gesungen und welche Bibelverse gelesen werden sollten und in welchem Kleid sie bestattet werden wollte, zusammen mit ihrer Bibel.
Als alles geregelt schien und der Pfarrer schon gehen wollte, fiel ihr plötzlich noch etwas Wichtiges ein. "Warten Sie noch. Da ist noch etwas!" sagte sie aufgeregt.
"Was noch?", fragte der Pfarrer.
"Es ist mir sehr wichtig", sagte sie. "Ich möchte gern mit einer Gabel in der rechten Hand beerdigt werden!"
Der Pfarrer sah sie an und wusste einen Augenblick lang nicht, was er sagen sollte!
"Jetzt sind Sie überrascht, nicht wahr?" fragte die Frau.
"Um ehrlich zu sein, ja, allerdings!" erwiderte der Pfarrer.
Die Frau begann zu erklären: "Wissen Sie, in all den Jahren, in denen ich die geselligen Veranstaltungen in der Gemeinde besucht habe, beugte sich mit Sicherheit jedes Mal, wenn die Teller vom Hauptgang abgeräumt wurden, jemand vor und sagte: "Behaltet aber eure Gabeln!"
Das war für mich der schönste Augenblick, denn dann wusste ich, dass noch etwas Besseres kam, wie zum Beispiel ein samtiger Schokoladenkuchen oder ein schöner Apfelstrudel. Darum sollen mich die Leute mit einer Gabel in der Hand im Sarg liegen sehen, und sie sollen sich fragen, was das bedeutet. Und Sie sollen ihnen sagen: "Behaltet eure Gabeln - das Beste kommt noch!"
Dem Pfarrer stiegen Freudentränen in die Augen und er nahm die Frau bewegt in die Arme. Es war ihm klar, dass dies wahrscheinlich das letzte Mal war, dass er sie vor ihrem Tode sah.
Bei der Beerdigung sahen die Leute, die am Sarg vorbeigingen, die Frau in ihrem schönsten Kleid und mit ihrer Bibel im Arm und einer Gabel in der rechten Hand.
Immer wieder hörte der Pfarrer die Frage: "Was soll denn die Gabel?"
Und immer wieder lächelte er und erzählte den Leuten von dem Gespräch, das er kurz vor ihrem Tod mit der Verstorbenen geführt hatte - über die Gabel und was sie für die Frau bedeutete.
Denken SIE daran, wenn Sie das nächste Mal eine Gabel sehen:
DAS BESTE KOMMT NOCH !
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Das wäre doch was, oder?
(Wo sind nur alle meine Gabeln???)


Liebste Grüße,
eine Caprice mit tonnenschwerem Herzen...



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